Ein Cocker aus Spanien bloggt

So, alle Fragen geklärt und jetzt kann man auf dei Suche nach einem tierischen Freund gehen...ein Hund aus Spanien soll es sein?

Dabei gibt es auch noch einiges zu beachten, denn es tummeln sich auch Leute im Netz, die nicht an den Tieren, sondern nur am Geld interessiert sind!  

Seriöse Vereine geben die Hunde nur mit Schutzvertrag ab, der auch auf ihren Websites einzusehen ist! Nicht erschrecken, liest sich manchmal ein wenig wie ein "Leasingvertrag"  ist aber nur zum Wohle der Tiere und wichtig, denn nicht alle, die sich Tier holen, wollen nur Gutes. Bei Tierisch, tierisch (Sendung im MDR, die sich um neue Zuhause für Tiere aus dem Tierheim bemüht) war letztens eine Hündin, deren neuer Besitzer, (der gut überprüft wurde!) sie letztendlich aus dem Dachfenster geworfen hat.  Was sie nur mit viel Glück und tierärztlicher Kunst überlebt hat!

Dann kommt noch jemand ins Haus, um die neuen Besitzer kennenzulernen und um zu schauen, ob man auch geeignet ist...Grund siehe die kleine Hündin aus dem Tierheim und ihr Schicksal! Das ist ausserdem eine gute Möglichkeit, noch Fragen zu stellen und Unklarheiten zu beseitigen. Wenn man noch Fragen hat, immer nachfragen, die Mitglieder der Vereine werden sich bemühen, sie zu beantworten und auch Hilfestellung zu geben. Sie können auch das eine oder andere über ihre Schütlinge sagen (Verhalten usw.)

Weiterhin sollten die Tiere gechipt und geimmpft sein und einen Heimtierausweis mit den Daten des Chips und der Impfungen besitzen. (bei den Fluggesellschaften werden sie garnicht anders befördert, aber man kann ja auch mit dem Auto fahren). Ausserdem werden die Tiere von seriösen Vereinen vorher zum Tierarzt gebracht, untersucht und auf Mittelmeerkrankheiten (z.B. Leishmaniose) getestet. Ausserdem noch entwurmt und ein Mittel gegen Flöhe bekommen sie auch. Für Flug und oben genannte Dinge muss man ungefähr mit Kosten von 250 € rechnen. Wir denken, das ist ein angemessener Betrag, die Vereine finanzieren sich allein durch Spenden und haben in Spanien oft noch Auffanglager, bzw. mieten Plätze in Tierpensionen, in denen sie Tiere unterbringen können und sie haben dadurch auch sicher hohe Tierarztkosten, brauchen Geld für Futter etc. Dabei ist dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und es kann nur wenigen Tieren geholfen werden. In den Perreras wurden auch schon vermittelte Hunde eingeschläfert! Die Narkose wird aus Kostengründen dabei eingespart!

Zu den Mittelmeerkrankheiten gibt es bei den Tierschutzengeln, die wir auch verlinkt haben, gute Links, zu informativen Seiten. Noch zu der verbreitesten, er Leishmaniose, sie wird durch Mücken verbreitet. In Südfrankreich sind auch 30 -40 % der Menschen damit infiziert, die meisten bekommen davon nichts mit, weil ein gut aufgestelltes Immunsystem das abblockt! Problematisch ist es nur bei ganz kleinen Babys, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist und bei schwer kranken Menschen, wo es geschwächt ist. Ähnlich verhält es sich bei Hunden, bei jungen Hunde mit gutem Immunsystem und bei Hunden die gutes Futter, viel Liebe und wenig Stress haben, merkt man oft nichts davon. Ansonsten, bei Symptomen, ist es relativ gut und auch nicht zu teuer behandelbar. Achtung! Manche Tierärzte kennen sich da nicht aus und verbreiten ziemliche Panik, bis hin zum einschläfern der Hunde, also kein "X für ein U" vormachen lassen.

Weiterhin gibt es noch die Babiose und Erlichiose (durch Zecken übertragen, unsere Tierärztin hatte letztens einen Fall, der Hund war aber nie im Ausland, also mit dem Klimawandel werden wir uns damit wohl auch befassen müssen!) und die Herzwürmer, die übrigens auch im ganzen Gebiet der Vereinigten Staaten verbreitet sind! Mittelmeerkrankheiten  Wer nicht sicher ist, kann darauf auch hier nochmals untersuchen lassen. Die Blutproben werden ins Institut für Tropenkrankheiten geschickt. Bei serösen Vereinen kann man dann auch zurücktreten, wenn man das nicht möchte.

 

Wenn der Tag da ist und der gewünschte Hund ist im Anflug, steht man ganz gespannt am Flughafen bei Cargo, Beschreibung kommt per Mail (wie man in Frankfurt (Main) dorthin kommt, haben wir in unsern ersten Blogeinträgen auch beschrieben). Dort werden dann die Schutzverträge unterschrieben (oder besser zu Hause schon machen), Halsbänder gewechselt, ein paar oder mehrere Worte mit den Abholern usw. Nach der Bezahlung des Betrages hat man dann einen neuen Freund, den man mit nach Hause nehmen kann. Dann kann das "Abenteuer" beginnen...

Wir waren übrigens gut beraten, zum Abholen mit dem Zug zu fahren, als wir mit Moshe die ersten Male Auto gefahren sind, hat er gezittert wie Espenlaub...vielleicht hatte er Angst, wieder ausgesetzt zu werden...er freut sich bis heute wie ein Schneekönig, wenn wir mit ihm nach Hause kommen. Habe ja schon geschrieben, man hat es im Bauch...

Ansonsten mussten wir ihn erst mal etwas "hinpflegen". Er hatte aller 4 Pfoten entzündet und auf, die Hoden entzündet, unzählige Mückenstiche und Zeckenbisse, fast kein Fell an den Beinen und dem Bauch... Aber oft braucht es nicht viel. Das haben wir fast alles mit Kamillensalbe, Penaten und die hartnäckigsten Reste mit etwas von der Tierärztin abgefüllten Kortisonsalbe weg bekommen. Das teuerste waren die Schuhe (Walker, weiches Leder, gut gepolstert und mit Strickbündchen, damit sie nicht rutschen). Natürlich sollte man dann schon mal einen Tierarzt schauen lassen, ob die "Behandlung" so ok ist. Manchmal haben sie auch durch den Stress und Futterumstellung Durchfall, Hühnchen mit Reis ist ein gutes Mittel. Da es in Spanien kein hochwertiges Futter gibt, ist unseres auch oft zu "inhaltsreich". Da hilft Diätfutter mit weniger Fett und mehr Faserstoffen. Für schönes Fell noch ein paar Tropfen Nachtkerzenöl dazu (gibt es bei Vet Concept).

Inzwischen ist Moshe ein richtig toller Hund und wir können bis heute nicht verstehen, wie man so einen tollen Kerl einfach "wegwerfen" kann!  

Moshe ist von Anang an ziemlich anhänglich und wir konnten ihn schon nach 3 Tagen oder so, ohne Leine laufen lassen. Das muss nicht immer so sein. Moshe rennt uns (fast) nie weg, ausser, er findet eine heiße Wildspur, dann muss man ihn sofort abrufen. Darf man nicht verpassen. Aber das kennen wir schon von unserm Dackel...  Es ist schon mal gut, wenn man sich am Anfang vielleicht ein paar Tage Urlaub nimmt, um sich intensiv beschäftigen zu können. Moshe hatte die ersten Tage den "Käfiggang". 5 Minuten auf seiner Decke, dann runter, um die Couch und den Tisch, unten hinlegen, dann wieder auf die Decke. Das hat sich aber nach 2 oder 3 Tagen gegeben.

Dann bleibt uns nur noch, allen, die so einer verzweifelten Hundeseele ein neues Zuhause und endlich Liebe geben, viel Glück und Freude mit ihrem neuen Freund (der das alles mit mehr als Dankbarkeit danken wird) zu wünschen! Wir sind mehr als froh, es getan zu haben!

Ach, noch was, die Vereine suchen immer Pflegestellen für ihre Hunde, so kann noch der eine oder andere mehr gerettet und nach Deutschland gebracht oder auch mal einer untergebracht werden, der nicht bleiben durfte!